Aktuelles

(30.04.2019)  Landtagskommission in Brandenburg : flächendeckende Grund- und Regelversorgung muß erhalten bleiben

In Bran­den­burg hat eine parteiüber­greifende Land­tagskom­mis­sion zur langfristi­gen Sich­er­stel­lung von wichti­gen Infra­struk­tu­range­boten im ländlichen Raum nach mehrjähriger Tätigkeit ihren Abschlußbericht vorgestellt. Er enthält klare Aus­sagen zur Notwendigkeit der Ver­sorgung mit wohnort­na­hen Kranken­häusern und mit Ärzten und Hebam­men. An dem Report haben Vertreter der fünf Frak­tio­nen von SPD, CDU, Linke, Grü­nen, AfD sowie der Städte- und Gemein­de­bund und der Land­kreistag Branden­burg mit­gewirkt.

Ärzteblatt : Kom­mis­sion will Kliniken in Bran­den­burg erhal­ten

(14.02.2019)  Im Wortlaut —  Norder Grüne zu Harm-Uwe Weber

Zu den Äußerun­gen des amtieren­den Lan­drats Harm Uwe Weber zu der von ihm favorisierten Vorge­hensweise für den Fall ein­er erneuten Ablehnung der Zen­tralk­linikpläne durch die Emder Bürg­er beim bevorste­hen­den Bürg­er­entscheid in Emden  haben sich die Norder Grü­nen mit der nach­fol­gend doku­men­tierten Pressemel­dung geäußert.

” Norder Grüne fordern ein Ende des hal­ben Weges von Lan­drat Weber
Lan­drat Harm Weber hat sich anlässlich sein­er Auf­stel­lung als Lan­dratskan­di­dat der SPD ver­gan­ge­nes Woch­enende auf den Bau der Zen­tralk­linik in Georgsheil auch ohne Emden mit der Begrün­dung fest­gelegt, nicht auf hal­ben Wege ste­hen bleiben zu wollen — “koste es was es wolle” hätte er noch hinzufü­gen müssen, so
Wal­ter Zuber, Sprech­er der Norder Grü­nen: “Hal­ber Weg würde nicht nur min­destens fer­tige Not­fal­lver­sorgungs­pla­nun­gen in den Städten Aurich, Emden und Nor­den bedeuten, son­dern würde auch klare Verkehrs-, Nach­nutzungs- und Wirtschaft­sen­twick­lungskonzepte auf der Grund­lage belast­bar­er Unter­suchun­gen über die Fol­gen des Schließens von drei Kranken­häusern mit zusam­men über 1000 Beschäfti­gen vorzuweisen haben. Nichts davon gibt es, auch keine Mit­telzusagen des Lan­des, ohne die keine Zen­tralk­linik für bis zu 300 Mio Euro auf der grü­nen Wiese Georgheils gebaut wer­den kann. Der vom Lan­drat behauptete halbe Weg gehört in Her­rn Webers Wahlkampfk­iste der tanzen­den Skelette, die den SteuerzahlerIn­nen allerd­ings schon viel Geld gekostet hat. Die zwei Mio Euro für das Bre­de­horst-Geschäft­skonzept eines Ver­bund­kranken­haus­es mit den Stan­dorten Aurich und Nor­den sind eben­so ver­bran­nt wor­den, wie die rund 20 Mil­lio­nen Euro teuren Defiz­itüber­nah­men durch den Land­kreis, die nur deshalb ent­standen sind, weil Lan­drat Weber mit sein­er SPD nicht den Mut hat­te, das betrieb­swirtschaftlich und medi­zinisch sin­nvolle Bre­de­horst-Konzept umzuset­zen, wonach die Ubbo-Emmius-Kliniken bere­its ab 2017 schwarze Zahlen geschrieben hät­ten. Dazu zu rech­nen sind auch noch rund 5 Mio € je Jahr, die Lan­drat Weber in den let­zten 15 Jahren an Kranken­haus­för­der­mit­teln beim Land nicht abgerufen hat, Mit­tel, die den Kranken­häusern für die Erhal­tung und Mod­ernisierung geset­zlich zuste­hen. Die Land­kreis­ge­mein­den wer­den mit der hohen Kreisum­lage zum Bezahlen der Zeche herange­zo­gen. Lan­drat Webers hal­ber Weg hat für den Land­kreis und seine Kom­munen einen erhe­blichen Ver­mö­gen­schaden zur Folge gehabt, was weit­er ausufern wird. Deshalb muss so schnell wie möglich mit dem Irrweg Schluss gemacht wer­den.”
(06.01.2019)   Bundesgesundheitsminister plant 2019 weitreichende Änderungen der Notfallversorgung

Kurz vor der Wei­h­nachtspause hat Bun­des­ge­sund­heitsmin­is­ter Spahn noch (s)eine Agen­da von Maß­nah­men für den Bere­ich der Not­fal­lver­sorgung für 2019 angekündigt. Die Umset­zung würde zu erhe­blichen Ein­schränkun­gen für Not­fall­pa­tien­ten führen. Für unsere Region würde eine Umset­zung dieser Pläne – ins­beson­dere bei weit­erem Fes­thal­ten an den Zen­tralk­linikplä­nen  – die Qual­ität der Not­fal­lver­sorgung in den Mit­telzen­tren klar ver­schlechtern. Auch wenn es sich bis­lang eine poli­tis­che Absicht­serk­lärung han­delt,  deren Umset­zung sog­ar noch Änderun­gen am Grundge­setz erfordern würde : Spahns Agen­da deckt sich mit Empfehlun­gen, die auch gesund­heit­spoli­tis­che Experten­gremien in jüng­ster Zeit so oder ähn­lich gegeben haben. Es han­delt sich also lei­der nicht um einen der „Spahn­schen Papier­tiger“. Faz­it :Er will den Zugang zu den Not­fall­dien­sten  und die Inanspruch­nahme   für alle erschw­eren – dieses Sparpro­gramm stellt er als Qual­itätssicherung der Not­fal­lver­sorgung und Schutz für die  „wirk­lich Betrof­fe­nen“ vor.

Eine aus­führliche Analyse und Bew­er­tung auf unser­er Seite Wis­senwertes / Hin­ter­grund:

Spahns Agen­da 2019 für die Reform der Not­fal­lver­sorgung

(15.09.2018)  Neuregelung der stationären Notfallversorgung — G-BA Beschlüsse gefährden die  flächendeckende Notfallversorgung

Der G-BA —  das ober­ste Beschlussgremi­um der gemein­samen Selb­stver­wal­tung der Ärzte, Zah­närzte, Psy­chother­a­peuten, Kranken­häuser und Krankenkassen in Deutsch­land- hat am im April 2018 für die sta­tionäre Not­fal­lver­sorgung  ein gestuftes Sys­tem beschlossen, das die Voraus­set­zun­gen für die Teil­nahme  aller deutschen  Kranken­häuser  an der Not­fal­lver­sorgung  sowie die Vergü­tung  ihrer Not­fal­lver­sorgungsleis­tun­gen in wesentlichen Zügen neu regelt.

Diese Regelun­gen sind seit dem 19.05.2018 in Kraft getreten und haben auch für unsere Kliniken erhe­bliche Auswirkun­gen. Aus diesem Grund stellen wir  auf unser­er Seite Wissenswertes/Hintergrund die Anforderun­gen und ihre Auswirkun­gen detail­liert dar.

(01.09.2018)  Mod­ell Schaum­burg ? Ernüchternde Fak­ten aus der Zen­tralk­linik 

Das neue Zen­tralk­linikum in Schaum­burg wird von Befür­wortern ein­er Zen­tralk­linik in Georgsheil  gern als Refen­zob­jekt bemüht. Lei­der “glänzt” dieses “Mod­ell” immer wieder mit Neg­a­tivschlagzeilen — sei es zur Qual­ität der Not­fal­lver­sorgung, sei es zur offen­sichtlichen per­son­ellen Unterbe­set­zung mit Pflegekräften, sei es zu den jahre­lan­gen Verzögerun­gen bei der Fer­tig­stel­lung und Inbe­trieb­nahme. Ein aktueller Bericht der Schaum­burg­er Nachricht­en zur finanziellen Schieflage der dor­ti­gen Zen­tralk­linik wirft nun auch ein Licht auf die Frag­würdigkeit der wirtschaftlichen Plan­zahlen des Klinikman­age­ments.

In Schaum­burg laufen danach Mil­lio­nen­de­fizite durch das Nicht-Erre­ichen des geplanten Case Mix Index sowie nicht erwarteter hoher Kosten für freiberu­flich tätige Hon­o­rarärzte auf, die man auf­grund fehlen­der fes­tangestell­ter Medi­zin­er auf­brin­gen muß.

Auch hierzu­lande wird  immer wieder die Zweck­pro­pa­gan­da ver­bre­it­et,  daß man mit ein­er größeren, zen­tral­isierten Klinik über das Gesamt­spek­trum der  durchge­führten Behand­lun­gen  qua­si “automa­tisch” zu besseren Erlösen kom­men werde als mit den beste­hen­den Kranken­häusern.

Auch hierzu­lande  wird immer wieder ver­sichert, daß eine Zen­tralk­linik schon allein auf­grund ihrer Größe Sicher­heit biete, daß genü­gend fes­tangestellte Ärzte ver­füg­bar sein wür­den ( von aus­re­ichend Pflegekräften in Zeit­en des Pflegenot­stands ganz zu schweigen).

Die Fak­ten aus Schaum­burg sprechen eine andere Sprache. Unter der Über­schrift “Gesamtk­linikum in finanzieller Schieflage” bericht­en die Schaum­burg­er Nachricht­en am 24.08.2018 :

“Das neue Gesamtk­linikum Schaum­burg in Vehlen hat erhe­bliche finanzielle Prob­leme. Laut einem inter­nen Geschäfts­bericht, der der Redak­tion vor­liegt, ist zum Ende des Jahres mit einem Minus von 3,9 Mil­lio­nen Euro zu rech­nen. Zwar hat­te das Kranken­haus auch im Vor­jahr mas­sive Ver­luste verze­ich­nen müssen – ins­ge­samt 8,7 Mil­lio­nen Euro – der Grund lag mit den Verzögerun­gen beim Neubau und den Betrieb von drei Stan­dorten allerd­ings auf der Hand. Nun ist der Neubau bere­its seit mehr als einem hal­ben Jahr bezo­gen – aber die Schwarze Null bleibt unerr­e­ich­bar. Nach einem inter­nen Hal­b­jahres­bericht der Geschäfts­führung, welch­er der Redak­tion vor­liegt, ist am Ende des Jahres 2018 mit einem Minus von 3,9 Mil­lio­nen Euro zu rech­nen…

In den ersten sechs Monat­en das Kranken­haus in Vehlen bere­its 2,5 Mil­lio­nen Euro Ver­lust verze­ich­net – geplant hat­te die Geschäfts­führung lediglich mit einem Minus von 420.000 Euro. Der Grund dafür liegt im Wesentlichen darin, dass der angepeilte „Case-Mix-Index“ (CMI) weit ver­fehlt wurde. Dieser Wert stellt im Wesentlichen dar, wie viele Patien­ten mit welchen Beschw­er­den behan­delt wur­den. Daran bemisst sich die Finanzierung durch die Krankenkasse. Angepeilt hat­te die Geschäfts­führung 20.000 Case-Mix-Punk­te. Damit hätte man zwar auch rote Zahlen geschrieben, diese wären aber nicht so ver­heerend gewe­sen. Man sei aber opti­mistisch, sog­ar 22.000 Case-Mix-Punk­te erre­ichen zu kön­nen, hieß es lange. Gewor­den sind es nun etwa 18.000 Punk­te. Jed­er Punkt entspricht etwa 3500 Euro. Das Ziel um 2000 Punk­te zu ver­fehlen, bedeutet also fehlende Ein­nah­men in Mil­lio­nen­höhe.

Außer­dem explodierten die Kosten für Hon­o­rarärzte laut dem Hal­b­jahres­bericht. 868.000 Euro statt der angepeil­ten 200.000 Euro wur­den für nicht angestellte Ärzte aus­gegeben. Der Grund liegt darin, dass es dem Klinikum weit­er­hin schw­er fällt, genü­gend qual­i­fizierte Ärzte einzustellen und sie auf sehr teure Lei­har­beit­er zurück­greifen müssen.

Nun muss das Klinikum den dick­en Rot­s­tift anset­zen. Der Tag der offe­nen Tür wurde bere­its auf 2019 ver­schoben. Zahlre­iche Investi­tio­nen sollen ver­schoben wer­den. Doch es ist anzunehmen, dass auch beim Per­son­al ges­part wird. Per­son­alkosten machen mit gut 47 Mil­lio­nen Euro einen wesentlichen Teil der Aus­gaben aus.Eine Stel­lung­nahme der Geschäfts­führung ste­ht noch aus.”

Zu Fak­ten und Lehren aus Schaum­burg sei hier auch  an unseren Beitrag  aus Mai 2018 erin­nert :

Zen­tral­isierung — Lehren aus Schaum­burg

 

(05.04.2018)  Emden kämpft……und Norden?

(ein Leser­brief von Johann Tad­digs, Nor­den)

Im Emden ste­hen in zwei Werft­be­trieben ca. 300 Arbeit­splätze vor dem Aus bzw. sind akut gefährdet. In der Emder Öffentlichkeit wird dieser Sit­u­a­tion mit großem Unver­ständ­nis begeg­net. Quer über alle Partei­gren­zen, Gew­erkschaften, Wirtschaftsver­bän­den und Bürg­ervere­ini­gun­gen hin­weg sol­i­darisiert sich Emden mit den Werf­tar­beit­ern und kämpft für den Erhalt der Arbeit­splätze.

Und in Nor­den:

Wenn es nach den Plä­nen von Her­rn Epp­mann, dem Geschäfts­führer der Klinik­trägerge­sellschaft, der auch die Ubbo-Emmius-Klinik ange­hört, geht, soll das Norder Kranken­haus im Jahr 2025 geschlossen wer­den. Damit gehen dann ein Mehrfach­es der Arbeit­splätze in Nor­den ver­loren, für die in Emden so vehe­ment gekämpft wird.

Mit Recht weist der Norder Bürg­er­meis­ter Schmel­zle daraufhin hin, welche neg­a­tiv­en Auswirkun­gen eine Klinikschließung für die Ein­wohn­er Nor­dens und sein­er Umge­bung hat.  Bei der Regel- und Not­fal­lver­sorgung entste­ht ein immenses Vaku­um, zumal die durch die niederge­lasse­nen Ärzte zu leis­ten­den Not­di­en­ste schon jet­zt kaum dargestellt wer­den kön­nen und für den Fall der Klinikschließung keines­falls geregelt sind und beim derzeit­i­gen Ärztenot­stand auch wohl nicht geregelt wer­den kön­nen!

Die Auswirkun­gen sind sehr gut zu erken­nen, wenn man sich den vom Bun­desver­band der Geset­zlichen Krankenkassen (ins­beson­dere für Entschei­dungsträger) bere­it­gestell­ten Kliniksim­u­la­tor (www.gkv-kliniksimulator.de) ein­mal anschaut und das Norder Kranken­haus wegschal­tet. Plöt­zlich sind mehr als 50.000 Ein­wohn­er und in der Urlaub­s­sai­son sicher­lich noch einige Zehn­tausend mehr weit­er als 30, die meis­ten sog­ar weit­er als 40 Minuten vom näch­sten Kranken­haus der Grund-, Regel und Not­fal­lver­sorgung ent­fer­nt. Und dieses entspricht nicht den vom Geset­zge­ber vorgeschriebe­nen Maßstäben für eine Grund­ver­sorgung der Bevölkerung. Alles nachzule­sen in den Fußnoten des Kliniksim­u­la­tors.

Die Fol­gen der Schließung der Klinik Nor­den wer­den sowohl für die Gesund­heitsver­sorgung der Bewohn­er Nor­dens und des Umlan­des als auch unser­er Urlaub­s­gäste, aber sehr wohl auch für die wirtschaftliche Entwick­lung unser­er Stadt von enormer Bedeu­tung sein.

Die Entschei­dun­gen wer­den bald im Aurich­er Kreistag getrof­fen!

Also wer­den Sie aktiv:

Wen­den Sie sich an die von Ihnen gewählten Mit­glieder des Stad­trates, Ihres Gemein­der­ates und die des Kreistages und fordern Sie den Ein­satz für den Erhalt des Kranken­haus­es oder wen­den Sie sich an Ihren Ortsvorste­her, damit der Ihre Forderung weit­ergibt.

Mit­glieder des Wirtschafts­fo­rums, fordern auch Sie den Erhalt des Kranken­haus­es, es dro­ht der Weg­fall eines der größten Arbeit- und Auf­tragge­bers und der davon aus­ge­hen­den Wertschöp­fung.

Gast-, Hotel­lerie- und Ver­mi­etungs­be­triebe, DEHOGA und Ver­mi­eter­vere­ine, fordern auch Sie den Erhalt des Kranken­haus­es, es dro­ht der Ver­lust eines wesentlichen Entschei­dungskri­teri­ums für den Urlaub in unser­er Küsten­re­gion.

In dieser wichti­gen Frage sollte es doch gelin­gen, dass Nor­den und Umzu mit ein­er Stimme spricht und sich für den Erhalt der Klinik in Nor­den ein­set­zt.

Mein Appell an die Poli­tik, sor­gen Sie bitte dafür, dass das Norder Kranken­haus im Rah­men ein­er vernün­fti­gen Ver­bundlö­sung erhal­ten wird, das sind Sie ihren Wäh­lerin­nen und Wäh­lern schuldig!

(19.03.2018)   Pressemitteilung des Fördervereins zur FDP Norden

 

UEK-Fördervere­in weist sach­lich falsche Kri­tik der FDP zurück

Die FDP Nor­den hat den Fördervere­in der UEK am Stan­dort Nor­den im Ost­friesis­chen Kuri­er vom 14.03.2018 „scharf kri­tisiert“ und ihm „Stim­mungs­mache“ vorge­wor­fen.

Ein Haup­tar­gu­ment der FDP ist dabei, dass im Kranken­haus Nor­den zu wenig Knieop­er­a­tio­nen durchge­führt wür­den. Der GBA (Gemein­samer Bun­de­sauss­chuss) fordere eine Min­destzahl von 50 Knie-Oper­a­tio­nen, tat­säch­lich seien in Nor­den lediglich 17 Oper­a­tio­nen durchge­führt wor­den.

Diese Argu­men­ta­tion ist noch nicht ein­mal die halbe Wahrheit – let­ztlich han­delt es sich durch Vere­in­fachung und Ver­fälschung um eine Falschmel­dung.

Der Gemein­same Bun­de­sauss­chuss hat für 8 hochspezial­isierte Kranken­hausleis­tun­gen jährliche Min­dest­men­gen fest­gelegt, unter anderem Nier­en­trans­plan­ta­tion und Leber­trans­plan­ta­tion. Die rel­e­van­teste dieser Leis­tun­gen für Ost­fries­land ist die Min­dest­menge für Gelenkprothe­sen am Knie mit 50 Stk./Jahr in dem betr­e­f­fend­en Kranken­haus (s. Min­dest­men­gen­regelung des G-BA ).  Außer Knieprothe­sen gibt es jedoch viele weit­ere Knie-Oper­a­tio­nen, die an jedem Kranken­haus und auch in Prax­en ohne Min­dest­men­gen-Vor­gaben durchge­führt wer­den kön­nen, z.B. Gelenkspiegelun­gen, Ein­griffe am Meniskus, Kreuzban­der­satz oder Oper­a­tion ein­er Kni­escheiben­frak­tur. Diese Oper­a­tio­nen sind also selb­stver­ständlich auch in Nor­den möglich.

Falls es auf Dauer einen Klinikver­bund der Kranken­häuser Nor­den, Emden und Aurich gibt, soll­ten sich­er nur an einem dieser Stan­dorte Kniege­lenkprothe­sen implantiert wer­den. Das Bre­de­horst-Gutacht­en, in dem es 2013 um die Kranken­häuser Nor­den und Aurich ging, hat­te übri­gens emp­fohlen, die Endo­prothetik – also auch die Kniege­lenk-Prothe­sen-Implan­ta­tion — in das Norder Kranken­haus zu ver­lagern. Das ist lei­der vom Land­kreis Aurich bzw. der Geschäfts­führung nie umge­set­zt wor­den.

Im Kranken­haus Nor­den gibt es derzeit noch zwei Oper­a­teure (also Ärzte, die eigen­ver­ant­wortlich operieren, in der Regel Chef- oder Oberärzte), die bis heute her­vor­ra­gende Leis­tun­gen erbrin­gen. Eine weit­ere Planstelle wird von der Ver­wal­tung seit Jahren nicht beset­zt. Der let­zte Arzt auf dieser 3. Stelle hat übri­gens auss­chließlich Knochen- und Gelenke­in­griffe gemacht!

Im Gegen­satz dazu gibt es in der UEK Aurich 10 Oper­a­teure — siehe  Web­site der UEK!!

Seit Jahren wer­den drastis­che Kürzun­gen im Kranken­haus Nor­den durchge­führt, Struk­turen im Kranken­haus Aurich wer­den deut­lich weniger beschnit­ten und im Zweifels­fall aufge­baut.

Als Beispiele für die let­zten Kürzun­gen in Nor­den sei ange­führt:

In den let­zten Wochen wur­den in Nor­den trotz guter Bele­gung 2 Sta­tio­nen geschlossen (die Auf­nahmes­ta­tion 9 und die Kinder­sta­tion). Dies heißt ins­beson­dere, dass das Per­son­al reduziert wird, der Platz ist natür­lich noch vorhan­den. Der Druck auf das Per­son­al nimmt also weit­er zu. Das Labor im Kranken­haus Nor­den ist seit kurzem nachts nicht mehr per­son­ell beset­zt – ein eingeschränk­tes Labor kann dann an Auto­mat­en durchge­führt wer­den.

Die FDP übern­immt mit der unrichti­gen Darstel­lung über Knieop­er­a­tio­nen im Prinzip die Strate­gie der Geschäfts­führung der Trägerge­sellschaft, also ins­beson­dere von Her­rn Claus Epp­mann:

Zum einen wird das Kranken­haus Nor­den schlecht gere­det, es wer­den ihm Kom­pe­ten­zen abge­sprochen, die tat­säch­lich vorhan­den sind. Pos­i­tive Infor­ma­tio­nen über das Kranken­haus Nor­den wer­den auch von der Geschäfts­führung seit Jahren nicht veröf­fentlicht. Die Bevölkerung soll offen­sichtlich von dem eige­nen Kranken­haus ent­fremdet wer­den.

Zum anderen wird ver­sucht, die Akteure, die sich für den Erhalt des Norder Kranken­haus­es ein­set­zen, mund­tot zu machen und ihnen die Qual­i­fika­tion abzus­prechen.

Aus Sicht des Fördervere­ins soll­ten die poli­tis­chen Parteien im Altkreis Nor­den sich gemein­sam für das Norder Kranken­haus ein­set­zen — ger­ade in der jet­zi­gen Sit­u­a­tion, in der offen­sichtlich kein Kranken­haus nach Georgsheil kommt und die Geschäfts­führung der Trägerge­sellschaft eine Schließung des Kranken­haus­es Nor­den in 2025 plant. Vom Zaun gebroch­ene Stre­it­ereien unter den poli­tis­chen Parteien, die ins­beson­dere der eige­nen Pro­fil­ierung dienen, hält der Fördervere­in für unangemessen.

 

(07.03.2018) Pressemitteilung des Fördervereins zur drohenden Schließung des UEK-Standorts Norden

 

Bürg­er sehen Lokalpoli­tik­er in der Pflicht —  Fördervere­in erwartet, daß angesichts der abse­hbaren Fol­gen ein­er Schließung alle Parteien für das Norder Kranken­haus aktiv wer­den

 Das jüng­ste Tre­f­fen des Fördervere­ins zum Erhalt der UEK am Stan­dort Nor­den am 06.03. fand erneut unter reger öffentlich­er Beteili­gung  statt. Auf großes Unver­ständ­nis ist die Ablehnung des Antrags an den Norder Rat gestoßen, eine Abschätzung der sozialen und wirtschaftlichen  Fol­gen ein­er möglichen Schließung der UEK durch­führen zu lassen. Zweifel­los sei mit erhe­blichen Fol­gen für Nor­den und die Region zu rech­nen, wenn bei etwas über 10.000 sozialver­sicherungspflichti­gen  Beschäftigten in Nor­den bis zu  3.000 im Gesund­heitssek­tor oder direkt damit ver­bun­de­nen Bere­ichen tätig sind. Mit Seit­en­blick auf die in Emden dro­hen­den Arbeit­splatzver­luste im Schiff­bau bei TKMS und die  vie­len Aktiv­itäten der dor­ti­gen Poli­tik zu diesem The­ma wurde die Erwartung geäußert, daß auch in Nor­den die Poli­tik ihre Zurück­hal­tung in ein­er so bedeu­ten­den Frage wie dem dro­hen­den Ver­lust des Kranken­haus­es aufgibt . Der Fördervere­in bat den Bürg­er­meis­ter, hierzu einen Dia­log mit allen Norder Parteien aufzunehmen mit der Zielset­zung, eine valide Fol­ge­ab­schätzung auf den Weg zu brin­gen und Wege zu suchen, den Kranken­haus­stan­dort Nor­den zu erhal­ten.

Sehr kri­tisch bew­ertet wurde außer­dem die Onlinebe­fra­gung der Trägerge­sellschaft zu Erwartun­gen der Bürg­er an die Gesund­heitsver­sorgung. Wed­er sei sie repräsen­ta­tiv noch gebe sie den Befragten tat­säch­lich ein ern­sthaftes Forum,  ihren Bedarf und ihre Wün­sche zu äußern. Stattdessen wur­den die Fra­gen als sug­ges­tiv und – durch die dem Teil­nehmer abver­langte Bil­dung ein­er Rang­folge – auch als irreführend bew­ertet. So müsse man sich beispiel­sweise zwis­chen „Qual­ität“ und „Wohnort­nähe“ entschei­den – was zu sehr fraglichen Auswer­tun­gen führen kann-  und ver­mut­lich auch soll. Ander­seits seien etliche der abge­fragten Kri­te­rien extrem all­ge­mein for­muliert und für eigene inhaltliche Aus­sagen des Umfrageteil­nehmers fehle weitest­ge­hend die Möglichkeit.

Desweit­eren wurde vom Fördervere­in dargestellt, daß die von der Klinik­trägerge­sellschaft bish­er vorgestell­ten Pläne für eine „Ver­bundlö­sung“ mit Schließen der sta­tionären Ver­sorgung in Nor­den mit Vor­gaben der Bun­des­ge­sund­heit­spoli­tik unvere­in­bar wäre. Dies zeigte der Fördervere­in anhand der gülti­gen rechtlichen Kri­te­rien für die flächen­deck­ende Ver­sorgung der Bevölkerung in Ran­dre­gio­nen auf. Danach muß sichergestellt sein, daß eine 30-Minuten-Erre­ich­barkeit eines Kranken­haus­es per PKW für alle Bürg­er der Region gewährleis­tet ist. Ein soge­nan­nter „Kliniksim­u­la­tor“ der Krankenkassen  (“GKV-Kliniksim­u­la­tor”)  weist auftre­tende Ver­sorgungslück­en im Falle von möglichen Kranken­hauss­chließun­gen anhand aktueller Bevölkerungs­dat­en aus. Für Nor­den ergibt diese  Sim­u­la­tion eine Summe von über 50.000 Men­schen, die bei ein­er Schließung diese 30-Minuten-Vor­gabe nicht erre­ichen wür­den.

 

 

Kommentare sind geschlossen.